Über Theater sprechen
Ein Theaterstück für Kinder braucht nicht vorbereitet zu werden, weil die Stücke für Kinder selbsterklärend sollen. Lehrer*innen und Erzieher*innen können für ihre Gruppen und Eltern für ihre Kinder ein Stück auswählen und sich gerne dabei von uns beraten lassen. Im Anschluss an das Theatererlebnis ermöglicht eine Nachbesprechung mit Künstler*innen eine direkte Begegnung und öffnet den Raum für Fragen und Reflexion. In diesen Gespräche tauschen wir uns alle über die Inhalte und Formsprachen (Schauspielkunst, Bühnenbild, Text, Beleuchtung, Kostüme) aus und können Fragen nach dem Sinn von Kunst nachgehen.
Bei den "Familienkonferenzen" im Theaterhaus arbeiten Eltern und Kinder direkt mit den Künstler*innen zusammen, sie werden Teil des kulturellen Prozesses, werden selbst kreative Gestalter von Kunstwerken, Choreographien oder musikalischen Experimenten.
In zahlreichen Workshops und Seminaren haben wir Erzieher*innen und Lehrer*innen fortgebildet. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Fachschule für Sozialpädagogik in Oberursel ist für uns eine wichtige Partnerschaft, wo wir auch unsere zukünftigen Multiplikatoren direkt erreichen.
Begegnung, Teilhabe und Beteiligung
Der Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention garantiert Kindern das Recht auf Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben und künstlerische Betätigung. Diesen Artikel in die Praxis umzusetzen sehen wir als unsere Aufgabe an.
Für Kinder und Familien findet oft die erste Begegnung mit Theater im Theaterhaus statt. Programme für die „Allerkleinsten“ ab zwei Jahren werden im Theaterhaus konzipiert, erprobt und kontinuierlich zur Aufführung gebracht. Wir möchten jungen Menschen und ihren erwachsenen Begleiter*innen eine künstlerische Erfahrung ermöglichen, die frei von Angst und frei von Kommerz ist. Über die Theatervorstellung hinaus verstärken wir diese Erfahrungen durch Familienfeste und Familienkonferenzen. Bei diesen Gelegenheiten treffen sich Publikum und Künstler*innen, haben die Möglichkeit sich kennenzulernen, miteinander über Kunst zu sprechen und gemeinsam kreativ zu werden.
Als Kinder- und Jugendtheater arbeiten wir intensiv mit Kindereinrichtungen und Schulen in allen Frankfurter Stadtteilen und der näheren Umgebung zusammen. Unser Publikum ist so vielfältig, wie die Frankfurter Stadtgesellschaft. Mit unseren niedrigen Eintrittspreisen und dem Kooperationsprojekt „Kulturfamilien“ mit dem Verein „Kunst für Kinder“ bemühen wir uns besonders um Familien, die sonst einen er-schwerten Zugang zu kulturellen Einrichtungen haben. So schaffen wir Begegnungsräume in denen soziale Stellung keine Rolle spielt und sich alle auf gleicher Ebene begegnen.


Sprache und Geschichten
Ein besonderes Augenmerk unserer Theaterarbeit, der Beteiligungs- und Kooperationsprojekte liegt auf der Sprache. Das literarische Theater mit seiner poetischen Sprache spiegelt sich in Uraufführungen und deutschsprachigen Erstaufführungen, klassische Theaterliteratur für Kinder („An der Arche um Acht“, „Heinrich der Fünfte“), Klassikerbearbeitungen wie „Warten auf Godot“ inszeniert für Kinder u.v.m. So haben Theaterstücke, die Geschichten erzählen einen festen Platz in unserem Spielplan. Auch bei der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erzieher*innen verwenden wir klassische Stoffe und poetische Sprache zum Beispiel.
Andere Formen und Experimente im Kindertheater wie Performances, Objekttheater, Tanztheater, Lecture Performances, Musiktheater finden gleichberechtigt im Spielplan ihren Platz. Mit einer besonderen Theaterform für gehörlose Kinder bereichert die Compagnie Augenmusik regelmäßig unseren Spielplan.